Ab Oktober 2013 haben wir in Kooperation mit Kulturzentrum für Kinder und Jugendliche e.V. „ISTOK“ (Kortumstrasse 71, 44787 Bochum) Pilot- Projekt "Vorhang auf für den Kulturdialog! ". Das Projekt hat 2 Jahre gedauert (10.10.2013- 30.06.2015). Theater- und Musik- Worshopsreihe (bilingual) für Kinder mit Migrationshintergrund. Antragssteller war „ISTOK“ (Kortumstrasse 71, 44787 Bochum). Zielgruppe: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund von 10 bis 16 Jahren, ca. 90 Kinder Ziele: Chancengleichheit, Inklusion, Unterstützung der Zweisprachigkeit, Allgemein- und Kulturbildungsförderung bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
Das Projekt versteht sich als Pilot - und Modellprojekt zur Umsetzung übertragbarer kultureller, künstlerischer sowie sozial-kultureller Konzepte. Für die Zukunft aller Kinder ist eine gute Allgemeinbildung, darunter Kunstgeschichte und Sprachgebrauch, sehr wichtig. Wir hatten vor, Kindern das Medium Theater näher zu bringen und insbesondere das sprachliche Verständnis und Interesse an Kultur und Kunst ihrer neuen sowie ihrer „alten “ Heimat zu fördern durch außerschulische Bildungsangebote - Workshops zu den Themen: Theater, Musik, Bildende Kunst, Übersetzung Deutsch- Russisch und Ausflüge zu den berühmtesten Theatern Deutschlands. Mit dem Wissen, dass Theaterarbeit verbindet und integrationsförderlich wirkt, waren in diesem Projekt gezielt Jugendliche mit Migrationshintergrund verschiedener Nationen der ehemaligen UdSSR(Russen, Ukrainer, Juden, Kasachen u.a.), mit unterschiedlichen Konfessionen bzw. Konfessionslose angesprochen. Bei den jungen waren kulturelle Differenzen abgebaut und Zugänge zu deutscher und der eigener Kultur eröffnet.

Inhaltlich lässt sich das Projekt in zwei Teile gliedern, die aber einem Ziel dienen: 1. Workshopsreihe zu Themen wie Theater, Musik, Bildende Kunst für Bühnenbilder, Theaterautoren, Theatergeschichte, Tanz im Theater, Rhetorik (+ Sprachförderung), Körpersprache, Textauswahl, Bühnenproben etc.
6 Kindergruppen(je.15 Teilnehmer) hatten Räumen der Stadtbücherei Bochum, Vereinsräumen von Istok e.V. und Vita e.V. in unterrichtsfreier Zeit an Workshops zu den oben genannten Themen teilgenommen. Es war nicht nur vorgetragen. Die Teilnehmer waren aktiv dabei: sie haben Theater- Texte gelesen, analysiert, einige ausgewählt, russische Texte ins Deutsche und deutsche Texte ins Russische übersetzt, an Theater- Proben teilgenommen, geschauspielert, improvisiert, präsentiert, aufgeführt.

2013
Am 19. Oktober, 30. November und 14 Dezember hatten wir erste drei Workshops durchgeführt.6 Kindergruppen (je.15 Teilnehmer) im Alter von 10 bis 16 Jahren, hatten zu den Themen wie Theater, Musik, Bildende Kunst für Bühnenbilder, Theaterautoren, Theatergeschichte, Tanz im Theater, Rhetorik (+ Sprachförderung), Körpersprache, Textauswahl, Bühnenproben etc. teilgenommen.

2014
Am 25. Januar, 22. Februar und 22. März haben wir weitere Tagesworkshops durchgeführt.
Nach einer längeren Entwicklungsphase, verlief die Projektarbeit des KMS – Projekt sehr intensiv und ununterbrochen.
Die Öffentlichkeitsarbeit wurde von Istok e.V. und von der Stadtbücherei übernommen (Flyer, Mundpropaganda, lokale Pressemitteilungen).


Bearbeitete Themen:
Theater (in Räumen des Vereins ISTOK e.V., Kortumstrasse 71, 44787 Bochum und in Räumen von KSF Vita e.V., Bornstr. 66. 44145 Dortmund ):
Theaterformen: Clownstheater, Forumtheater, Improvisatiostheater, Körpertheater, Mitarbeitertheater, Mitmachtheater, Seminartheater, Statuentheater, Commedia dell`arte, Symbolisches Theater u.a.
Schauspieltraining: Training der Körpersprache, Atem und Stimmtraining, Statustraining, Training der Achtsamkeit, Assoziationsübungen , Figurenentwicklung, Vertrauensübung, Actorstraining, Körper und Bewegung
Werkstatt: Bühnenbild (in Räumen von KSF Vita e.V., Bornstr. 66. 44145 Dortmund):
Bühnenbildkonzept, Handwerkliche Grundlagen, Unterthemen: Linie, Fächer, Raum; Komposition, Proportion; Farblehren; Zeit, Bewegung; Fläche und Raum; Körper und Raum.
Mittel der Entwurfsrealisierung der Darstellungstechniken: Naturstudium, Aktzeichnen; Kostümentwurf; Material und Wirkung; Modellbau; Fotografie auf Film und digital; Werkstattzeichnung, Konstruktion; Theatermalerei
Werkstatt: Sprachförderung (in Räumen des Vereins ISTOK e.V., Kortumstrasse 71, 44787 Bochum):
Problematik und benötige Sprachkompetenzen für die literarische Übersetzung, Aufführung eines geschriebenen Dramas auf der Bühne, kohärenter Text , Wortspiele, rhetorische Formen, Forderungen der Zielsprache, die stilistischen Unterschiede zwischen Synonymen, stilistische Werte der einzelnen Wörter, Wortstellung im Satz, typische Probleme der literarischen Übersetzungen, Humor in Deutsch und Russisch.

Am 22.04.14-23.04.14 haben wir geplante Kursfahrt nach Dresden organisiert. Wir haben Sächsische Staatsoper Dresden Ballett „Giselle“ angeschaut, Zwinger mit Semperbau, Frauenkirche, Kreuzkirche besucht, Stadtrundfahrt gemacht.
Diese Ausflüge zu den berühmtesten Theatern Deutschlands halten wir aus mehreren Gründen für wichtig. Erstens, sind das spezifische Ausflüge, die der künstlerischen Entwicklung sowie Allgemeinbildung der Kinder beitragen sollen. Zweitens, sind fast alle "unsere" Kinder im Ausland geboren, deswegen stellt für sie jede solche Reise in Deutschland eine Chance dar, ihre neue Heimat besser kennen zu lernen, sich für das Kulturgut zu begeistern etc. Als Ausflugsziele haben wir folgende Orte (6 Ausflugsziele innerhalb 2 Jahre) bestimmt: Staatstheater Stuttgart, Deutsches Theater Berlin, Sächsische Staatsoper Dresden, Münchner Kammerspiele, Fundus Theater Hamburg, Theater Aachen.
Diese Ausflüge hielten wir aus mehreren Gründen für wichtig. Erstens, waren das spezifische Ausflüge, die der künstlerischen Entwicklung sowie Allgemeinbildung der Kinder beitragen sollen. Zweitens, sind fast alle "unsere" Kinder im Ausland geboren, deswegen stellte für sie jede solche Reise durch Deutschland eine Chance dar, ihre neue Heimat besser kennen zu lernen, sich für das Kulturgut zu begeistern etc.
Für jede Bildungsreise wurden Gruppen von 15 Kindern und Jugendlichen und 2 Begleiterinnen (Mitarbeiterinnen von Istok e.V. und KSF Vita e.V.) organisiert. Die Auswahl der Kinder (wer an welche Reise teilnimmt) war nicht immer leicht.
Mit Bildungsreisen konnten alle Kinder und Jugendliche, auch und besonders die, die keine aktive schauspielerische Rolle bei den Aufführungen bekommen konnten, aber sehr aktiv waren, oder die, die im Laufe des Projekts dazu gekommen sind, an eine Bildungsreise teilnehmen.
In jeder Ziel-Stadt hatten die Teilnehmer an verschiedenen Exkursionen (Themen: deutsche Kultur und Geschichte) teilgenommen und eine professionelle theatralische Aufführung besucht.
Bei den Theater-Besuchen haben wir absichtlich verschiedene Formen des Theaters und verschiedene Genre der Aufführungen (Drama, Komödie, Musical, Ballett, Oper) ausgesucht, damit die Teilnehmer möglichst breitere Kenntnisse über das Kulturform Theater bekommen konnten. Außerdem sind die Kinder in die Lage gekommen, die Geschichte der Städte kennenzulernen, die Museen zu besuchen und, sich an Denkmälern die Geschichte zu ergötzen.
Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund hatten dank diesen Fahrten sehr viel gelernt. Da die Meisten von ihnen aus „sozial schwachen“ Familien stammen, hätten sie diese Möglichkeit eventuell nicht gehabt.
Nach den Fahrten berichteten die teilgenommenen Kinder in ihren Gruppen über ihre Ereignisse. Sie analysierten das professionelle und ihr eigenes Schauspiel, und waren mit sich selbst meist ganz zufrieden.

Am 25. Oktober, 22. November und 20 Dezember haben wir weitere Tagesworkshops durchgeführt.
Am 14.10.14-15.10.14 haben wir im Rahmen des Projektarbeit KMS eine weitere geplante Kursfahrt nach Hamburg durchgeführt. Wir haben das Musical „Der König der Löwen“ besucht. Das Musical findet im Stage Theater im Hamburger Hafen statt. Im Preis des Tickets mit inbegriffen ist die Schifffahrt zum Theater. An Bord geht's in wenigen Minuten auf die andere Seite der Elbe zum Theater. Die Musik und die Darsteller einfach fantastisch wir waren einfach begeistert!!!! Das Bühnenbild, die Darsteller, die Darstellung der Tiere, die Bewegungen der "Tiere", die Handlung klar dargestellt, die witzigen Einlagen. Während eines Kurzbesuches in Hamburg haben wir uns natürlich auch eine Stadtrundfahrt vorgenommen. Während der Fahrt gab es natürlich durch die Tourbegleitung viel Wissenswertes und Interessantes. Auch haben wir uns für eine große Hafenrundfahrt entschieden und es nicht bereut. Wir haben die XXL Hafenrundfahrt für zwei Stunden gebucht. Wir hatten Glück und den richtigen Wasserstand und konnten somit auch durch die Speicherstadt fahren. Das war eines er Highlights der Fahrt. Des Weiteren merkt man erstmal wie groß der Hafen ist wenn man durchfährt. Der Reiseleiter hat alles sehr schön erklärt und einige lustige Geschichte erzählt und das Ganze war auch für zwei Stunden unterhaltsam. Es ist absolut beeindruckend was man zu sehen bekommt.
Wegen des Generalstreiks des Eisenbahners waren wir erzwungen, die weitere Übersicht der Stadt zu unterbrechen. Mit den vielfältigen Abenteuern haben wir uns auf den Zug gesetzt. Mit der starken Verspätung, aufgeregt und ermüdend sind wir aller heimgekehrt.

2015
Am 24.Januar, 21. Februar, 21 März, 18. April, 16. Mai, 20 Juni haben wir weitere Tagesworkshops durchgeführt. Das Feedback über die Workshops und die Pädagogen war äußerst positiv und für die meisten stand beim Abschied bereits fest, dass sie sich mit dem Thema Theater weiter beschäftigen wollen.
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Jugendliche, die einst selber als TN an den ersten Workshops teilnahmen, im 2015 die Gruppenleitungen zum Teil selbstständig übernahmen und sich hervorragend in der Kinderarbeit engagierten.
Es war sehr schön zu sehen, wenn langfristig angelegtes Engagement in der Jugendförderung derartig positive Entwicklungen nimmt.
Nach der teils schwierigen und teils chaotischen Probenzeit war die Aufführung eine verblüffende und beeindruckende Leistung.

Am 8. Mai 2015 und am 11.06.2015 wurden 2 deutsch-russische Inszenierungen “Reine Familiensache” von Ray Cooney präsentiert. Die Aufführung war ebenfalls sehr gelungen!
Was wir während der ganzen Projektarbeit festgestellt hatten, ist, dass sich die Kinder während dessen weiterentwickelt hatten. Einige von ihnen sind wirklich gute Schauspieler geworden. Bei den einigen, die sich am Anfang noch nicht einmal getraut hatten, einen Satz laut zu sagen, hat man auf der Bühne von ihrer Schüchternheit nichts mehr bemerkt. Einige Teilnehmer mit Migrationshintergrund hatten am Anfang große Schwierigkeiten, den deutschen Text des Theaterstücks zu verstehen. Aber die Teilnehmer halfen sich gegenseitig und unterstützten aktiv diejenigen, die sprachlich schlechter waren. Es war festzustellen, dass es sich aus verschiedenen Gruppen, verschiedenen Persönlichkeiten ein erfolgreiches einmütiges Team entwickelte.
Der Erfolg des Projektes und die Erfahrungen in der Arbeit mit den Jugendlichen bestätigten uns in dem Glauben, dass das Umfeld der jungen Leute (Migrantenfamilie) zu eng ist und durch Begegnungen und Zusammenarbeit mit Experten anderer Kulturwelten erweitert werden muss.
Über den gesamten Zeitraum entwickelten wir Methoden und Maßnahmen, die uns allen die Arbeit erleichtern sollten und Erfolge möglich machten.
Alle Bausteine des Projekts waren wichtige Schritte, um dauerhaft die gesetzten Ziele zu erreichen.
Ganz wichtig waren hier die Kursfahrten, die mit einer Mischung aus Spaß und Lernen die Kinder begeisterte. Sie wurden von den Kindern auch so erlebt – eine Belohnung für ihr Engagement.

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