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November 2011


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„Partizipation durch Wissen“ – Ein praxisbezogenes Informations- und Bildungsangebot für Eltern mit Migrationshintergrund 2011-2012

Bericht über das Wochenendseminar mit dem Zielgruppenangebot Bildung am

12. und 13. November 2011

 

Im Rahmen eines praxisbezogenen Informations- und Bildungsangebots für Eltern mit Migrationshintergrund, das als Kooperationsarbeit vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk gGmbH und vom Kultur-, Sport- und Freizeitverein Vita e.V. durchgeführt wird, wurde am 12. und 13. November 2011 ein zweitägiges Zielgruppenangebot mit dem Thema „Bildung“ veranstaltet. Das Zielgruppenangebot fand in den Räumen des Kinder- und Jugendzentrums Vita, Bornstr. 66, 44145 Dortmund statt.

 

 

Ziel der Veranstaltung:

Die Eltern sollen im Bereich der schulischen Bildung informiert werden. Es existieren, obwohl einige länger in der BRD leben, Informationsmängel über das Schulsystem in Deutschland. Damit Eltern bewusst wird, welche Hilfen sie vom Staat erhalten können, wurden zwei Referenten vom Sozialamt eingeladen, die zum Teilhabe- und Bildungspakt informiert haben.

 

Moderatoren:

Valentina Grebenuk und Asuman Kanat

 

Referenten

Frau Leineweber und Frau Langner (Sozialamt Dortmund)

 

 

Samstag, 12. November 2011


Am Samstag sind zwei Referenten aus dem Sozialamt Dortmund beim Seminar anwesend gewesen: Frau Leineweber und Frau Langner. Beide Damen arbeiten beim Sozialamt in Dortmund und haben ihre Funktion im Amt vorgestellt. Ihr Aufgabengebiet umfasst das Bildungs- und Teilhabepaket. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben schulpflichtige Kinder und haben sich für die Informationen seitens der Mitarbeiterinnen sehr interessiert. Es wurden unter anderem Themenschwerpunkte besprochen, wie Schulbedarf, Schulausflüge (eintägige bzw. mehrtägige), Kita-Fahrten, Lernförderung, Mittagsverpflegung, Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben. Zunächst wurde erläutert, welche Zielgruppe anspruchsberechtigt ist. Dazu wurden viele Fragen gestellt. Diese haben bei einigen Personen Unmut hervorgerufen bzw. ein Nichtverstanden werden seitens der Ämter. Es kamen Fragen auf, wie z. B. warum die Nachhilfestunden von Schülern nicht übernommen werden oder weshalb die Kosten für eine Klassenfahrt immer noch nicht überwiesen worden sind. Die beiden Mitarbeiterinnen vom Sozialamt haben alle Fragen berücksichtigt und beantwortet. Im Anschluss des Vortrags hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit mit den Mitarbeiterinnen persönliche Anliegen zu besprechen. In einer Gruppendiskussion wurden gemeinsam Fragen erörtert. Zum Schluss der Diskussion haben die beiden Damen Telefonlisten mit Sprechzeiten für die Seminarteilnehmerinnen und –teilnehmern verteilt.

Im Anschluss des Vortrags wurden untereinander Erfahrungen ausgetauscht, die wieder zu einer Diskussion führte.

 

 

Sonntag, 13. November 2011

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben den gestrigen Tag reflektiert und haben zu Beginn des zweiten Teils des Seminars ein Resümee zum ersten Teil gegeben. Im Anschluss dessen wurde das Seminar zur schulischen Bildung eröffnet. Mit einer Powerpoint Präsentation wurde das Bildungssystem dargestellt. Hier eine kurze inhaltliche Darstellung zu den einzelnen Schulformen. Begonnen wurde mit der Primarstufe. Den Eltern wurde die Information mitgeteilt, dass die Grundschulbezirke aufgehoben worden sind. In der Regel kann eine Grundschule ausgewählt werden, die in einem anderen Stadtteil liegt. Die Anmeldezeitraum erfolgt fast immer zum selben Zeitraum, d.h. vom 5. bis zum 15.November eines Jahres. Die schulpflichtigen Kinder werden durch den Schulträger schriftlich über das Anmeldeverfahren informiert. Im Rahmen des Anmeldeverfahrens wird eine Sprachstandfeststellung durchgeführt, um die Sprachkompetenz und die Schulfähigkeit der Kinder zu überprüfen. Viele Grundschulen sind offene Ganztagsschulen. Die Teilnahme zum Ganztag ist freiwillig, aber verpflichtend bei einer Anmeldung. Die Kinder haben die Möglichkeit ein Mittagsimbiss oder ein Mittagsessen zu erhalten. Mit Beendigung der Grundschule beginnt der Übergang zur Sekundarstufe I. Die Lehrerempfehlung für die weiterführende Schule ist nicht mehr bindend. Eltern können selbst über die Wahl der Schulform entscheiden. Über die Aufnahme an die weiterführende Schule entscheidet die weiterführende Schule selbst. Ausschlaggebend sind die Schulnoten der Schülerinnen und Schüler.

 

Mit Beendigung der Primarstufe findet der Übergang in die Sekundarstufe I statt. Die Sekundarstufe I umfasst die Schultypen Hauptschule, Realschule, Gesamtschule und Gymnasium, die von der 5. bis zur 10. Klasse besucht werden. In allen genannten Schultypen können folgende Abschlüsse erreicht werden: Hauptschulabschluss nach Klasse 9, Hauptschulabschluss nach Klasse 10, Fachoberschulreife, Fachoberschulreife mit Qualifikation, d.h. die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe.  Jeder Schultyp hat seine eigenen Schwerpunkte und Ziele. Die Hauptschule bereitet die Schülerinnen und Schüler auf das Berufsleben vor. Der Unterricht ist sehr praxisbezogen und das Fach Arbeitslehre wird verstärkt unterrichtet. Die Realschule zielt auf die erweiterte Grundbildung ab. Ab der 6. bzw. 7. Klasse lernen die Kinder eine zusätzliche Fremdsprache, welches in der Regel Französisch ist. Die Schülerinnen und Schüler haben ab der 7. Klasse die Möglichkeit ein Wahlpflichtfach zwischen unterschiedlichen fachlichen Profilen zu wählen. Die Gesamtschule arbeitet mit Kindern und Jugendlichen aller Leistungsstärken und hält die Laufbahnentscheidung möglichst lange offen. Das Gymnasium vermittelt eine vertiefte allgemeine Bildung, die für ein Hochschulstudium notwendig ist.

Mittlerweile haben alle Schulen eine Übermittagsbetreuung. In der Betreuung finden unterschiedliche Aktivitäten in Form einer Arbeitsgemeinschaft statt. Einige Schulen der Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien haben Schwerpunkte, welche im bilingualen, musischen oder sportlichen Bereich liegen. Bei der Anmeldung kann der Schwerpunkt belegt werden.

Das Anmeldeverfahren und die Anmeldezeiten sind bei allen genannten Schultypen gleich. Mit dem Halbjahreszeugnis der 4. Klasse werden die Kinder an einer dieser Schultypen im Februar angemeldet.

 

Im Anschluss der Sekundarstufe I besteht die Möglichkeit, entweder eine Ausbildung zu beginnen oder die Sekundarstufe II zu besuchen. Voraussetzung für den Besuch der Sekundarstufe II ist, die Fachoberschulreife mit Qualifikation. Diese Form nennt sich dann die gymnasiale Oberstufe. Die Oberstufe beginnt mit der 11. Klasse und endet nach der 13. Klasse. Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit an einer Gesamtschule oder an einem Gymnasium die Fachhochschule bzw. die allgemeine Hochschulreife (Abitur) zu erlangen. Mit dem Erwerb des Abiturs kann ein Studium an einer Fachhochschule oder Universität angestrebt werden. Mit dem Abschluss aus der Sekundarstufe II kann auch eine Ausbildung in Erwägung gezogen werden.

Eine weitere Schulform der Sekundarstufe II ist das Berufskolleg. Am Berufskolleg besteht die Möglichkeit, berufliche Fähigkeiten angeeignet zu bekommen, wie auch den Erwerb der Fachhochschulreife bzw. des Abiturs. Die Dauer eines Bildungsganges ist abhängig von der Wahl der besuchten Bildungsform.

 

Nachdem die Schultypen mit ihren Schwerpunkten genannt worden sind, kam es zu einer Diskussion. Viele Eltern wünschen sich für ihre Kinder eine gute Schulbildung. Folgende Fragen sind aufgekommen:

 

-       Welche Schulen den tatsächlich gut sind?

-       Werden Kinder mit Migrationshintergrund benachteiligt?

-       Ist mein Kind den Anforderungen in einer weiterführenden Schule gewachsen?

-       Ist das Gymnasium immer die bessere Schulform?

-       Soll die Schule nach dem Schwerpunkt gewählt werden?

-       Ist es besser eine Schule ortsnah zu wählen?

-       Nach welchen Kriterien werden die Kinder an einer konfessionellen Schule aufgenommen?

-       Ist eine konfessionelle Schule vom Lerninhalt eine viel bessere Schule?

 

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben sich diesbezüglich untereinander ausgetauscht. Gemeinsam haben wir besprochen, an einige Schulen zu hospitieren. Durch das Schulamt Dortmund haben wir eine Liste mit allen Schulen in Dortmund erhalten. Die Liste wurde mit den Seminarteilnehmerinnen und -teilenhmern durchgegangen. Termine wurden mit einer Grundschule (Nordmarkt Grundschule), einer Realschule (Albert-Dürer-Realschule), einer Gesamtschule (Geschwister-Scholl-Gesamtschule) und einem Gymnasium (Mallinckrodt Gymnasium) vereinbart. Bis zum Wochenendseminar wurde die Nordmarkt Grundschule und die Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Kleingruppen hospitiert. Zu beiden Schulen wurden über die Schwerpunkte und Besonderheiten der Schulen berichtet. Der Informationszufluss war sehr intensiv und hat zur Diskussion geführtt. Die Realschule und das Gymnasium werden noch besucht. Der Austausch wird zu einem späteren Zeitpunkt in einem Gesprächskreis stattfinden.

 

Mit Erwerb des Abiturs bzw. der Fachhochschulreife kann ein Studium einer Universität oder Fachhochschule angestrebt werden. In diesem Zusammenhang wurden die Fachhochschulen in Dortmund und die Hochschule benannt. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde in schriftlicher Form die Adressen der Hochschulen mit ihren Studienrichtungen ausgeteilt. Auch wurden sie auf die Studienberatung hingewiesen.

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich am Seminar aktiv beteiligt. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer agieren in ihrer eigenen Community. Um aus dieser auszubrechen, wollen sie Kontakte zu anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Personen unterschiedlichen Migrationshintergrund knüpfen, damit sie sich weiterhin über positive und negative Erfahrungen austauschen können. Jede Person hat seine persönlichen Erfahrungen mit eingebracht. Sie haben über schlechte Erfahrungen mit Lehrern berichtet aber auch über gute. Weiterhin wurden aus ihrer Sicht, Schulen mit gutem und negativem Ruf benannt.

 

Gemeinsam wurde auch der Begriff Bildung erörtert. Es wurde versucht den Begriff zu definieren, nur hat jede Person eine andere Vorstellung davon. Bildung ist ein lebenslanger Prozess. Bildung ist nicht mit der Schule, Ausbildung oder Universität abgeschlossen. Sie ist in allen Lebensabschnitten ein Teil. Bildung kann bei einzelnen eine Macht hervorrufen. Denn Bildung kann mit Macht gleichgestellt werden. Der Begriff der Bildung wurde mit den Anwesenden sensibilisiert und versucht zu definieren.

 

Der Begriff der Bildung hat dazu geführt, dass den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewusst geworden ist, dass diese im Kindergarten beginnt. Kinder beginnen mit dem Kindergarten in der Regel mit dem dritten Lebensalter und beenden ihn im Alter von sechs Jahren. Im Anschluss wechseln die Kinder in die Grundschule. Thematisiert wurden die unterschiedlichen Formen eines Kindergartens. Die Formen sind: Kindergrippe, Kinderhort, Kindertagesstätten. Die Öffnungszeiten können bei den Kindergärten in drei Formen unterschieden werden: Teilzeitbetreuung, verlängertes Vormittagsangebot und Ganztagsbetreuung. Die Träger der Kindergarten sind auch wieder unterschiedlich. Es gibt die städtischen Einrichtungen, kirchliche Träger, Institutionen der freien Wohlfahrtspflege, Vereine und Elterninitiativen. Jedes Elternteil kann frei darüber wählen, in welchem Kindergarten sie ihr Kind anmelden. Eine Anmeldezeit, wie in den Schulen sind nicht vorhanden. Eltern können ihre Kinder zu jederzeit in einem Kindergarten bzw. mehrere anmelden.  Die Kindergärten entscheiden darüber, welche Kinder aufgenommen werden. Der Besuch eines Kindergartens ist mit einem monatlichen Beitrag verbunden. Dieser wird nach dem Einkommen der Eltern berechnet. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde die Funktion der Erzieher in den Kindergärten erläutert.

 

Das Thema Bildung hat bei den Seminarteilnehmerinnen und –teilnehmern zu einer aktiven Diskussion geführt.

 

Am Samstag und am Sonntag wurde zum Ende des Seminars ein Evaluationsbogen ausgeteilt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden anonym zum Seminar befragt. Die Auswertung lag bei allen im Bereich von sehr gut bis gut.


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